Workshop: Radikale Narrative und Antisemitismus – Verantwortung im pädagogischen Alltag | Januar 15, 2026
In dem praxisorientierten Format des Zera Institute stand die Frage im Mittelpunkt, wie antisemitische, extremistische und demokratiefeindliche Haltungen bei Kindern und Jugendlichen entstehen – und wie pädagogische Fachkräfte ihnen im Alltag reflektiert, sensibel und zugleich wirksam begegnen können. Der Workshop bot einen geschützten Raum für Austausch und Selbstreflexion sowie für den Aufbau konkreter Handlungssicherheit. Anhand realitätsnaher Fallbeispiele wurden Gesprächsstrategien und pädagogische Ansätze erarbeitet, die Lehrkräfte dabei unterstützen, problematische Narrative frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu bearbeiten.
Gemeinsam wurde beleuchtet, wie sich antisemitische und extremistische Deutungsmuster über Familie, Peergroups oder soziale Medien verbreiten, welche Signale auf beginnende Radikalisierung oder Ausgrenzung hinweisen und welche Haltung und Sprache Kinder und Jugendliche stärken können – im Sinne von Empathie, Demokratieverständnis und sozialer Verantwortung.
Geleitet wurde der Workshop von Gabriele Rohmann, Sozialwissenschaftlerin, Journalistin und Co-Leiterin des Archiv der Jugendkulturen. Seit über 25 Jahren arbeitet sie an der Schnittstelle von Jugend-, Pop- und Subkulturen, politischer Bildung, Extremismusprävention und Medienpädagogik und berät Bildungs- und Kultureinrichtungen ebenso wie Behörden. Zweiter Referent war Thomas Riedmann, Sozial- und Kulturanthropologe und angehender Lehrer, der seit vielen Jahren als Referent der politischen Bildung tätig ist, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf antisemitismuskritischer Bildungsarbeit.
Wir danken den beteiligten Lehrkräften für die offene, engagierte Zusammenarbeit und das große Interesse. Der Workshop hat erneut gezeigt, wie wichtig reflektierte pädagogische Praxis und fachlicher Austausch sind, um Kinder und Jugendliche frühzeitig gegen antisemitische und extremistische Narrative zu stärken.